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Krafttraining in der Schwangerschaft – was sagt die aktuelle Studienlage wirklich?

Funktionelles Krafttraining für Schwangere mit Fokus auf Stabilität und Körperkontrolle

Wenn es um Sport in der Schwangerschaft geht, halten sich viele Empfehlungen erstaunlich hartnäckig – vor allem beim Thema Krafttraining. „Nicht zu schwer“, „keine Pressatmung“, „keine Rückenlage“: Diese Regeln werden häufig weitergegeben, obwohl sie selten auf konkreten Messdaten beruhen.

Eine aktuelle Studie im British Journal of Sports Medicine hat genau diese kritischen Punkte untersucht – nicht theoretisch, sondern mit direkten physiologischen Messungen.

Die Studie auf einen Blick

Moolyk et al. (2024/2025) untersuchten 20 Frauen, darunter 10 gesunde Schwangere im durchschnittlich 26. Schwangerschaftswoche sowie 10 nicht schwangere Frauen als Vergleichsgruppe.

Die Teilnehmerinnen führten klassische Kraftübungen aus:

  • Kniebeugen (Back Squat)
  • Kreuzheben (Deadlift)
  • Bankdrücken (Bench Press, bewusst in Rückenlage)

Die Intensität wurde schrittweise gesteigert, zusätzlich wurde auch das im Kraftsport übliche Valsalva-Manöver (Pressatmung) zugelassen.

Was wurde gemessen?

Im Mittelpunkt standen nicht subjektive Einschätzungen, sondern objektive Parameter:

  • fetale Herzfrequenz mittels Ultraschall
  • Marker des Nabelschnur-Blutflusses (als Hinweis auf die fetale Versorgung)
  • mütterliche Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Blutdruck
  • Stoffwechselreaktionen (Glukose, Laktat)

Zentrale Ergebnisse

Die Kernaussage der Studie ist bemerkenswert klar:
Weder bei der Mutter noch beim Fetus zeigten sich Hinweise auf eine akute Gefährdung durch hochintensives Krafttraining, selbst unter Bedingungen, die häufig als „kritisch“ gelten (hohe Lasten, Pressatmung, Rückenlage).

Die gemessenen fetalen Herzfrequenzen und Durchblutungsparameter blieben innerhalb physiologischer Bereiche. Auch die mütterlichen Vitalparameter zeigten keine bedenklichen Abweichungen.

Was bedeutet das – und was nicht?

Diese Ergebnisse bedeuten nicht, dass jede Schwangere „schwer trainieren sollte“. Die Studie ist klein, betrachtet akute Effekte und bezieht sich auf gesunde, komplikationslose Schwangerschaften.

Sie zeigt aber sehr deutlich:

  • Pauschale Warnungen vor Krafttraining sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
  • Für gesunde, trainierte Schwangere kann auch höher dosiertes Krafttraining physiologisch gut tolerierbar sein.
  • Entscheidend sind individuelle Voraussetzungen, saubere Technik, sinnvolle Belastungssteuerung und das Wissen um medizinische Kontraindikationen.

Auch große Fachgesellschaften wie das American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) betonen inzwischen klar, dass körperliche Aktivität – einschließlich Krafttraining – in der Schwangerschaft grundsätzlich sicher und ausdrücklich erwünscht ist, sofern keine Gegenanzeigen bestehen.

Fazit

Nicht „das Gewicht“ ist das Problem, sondern fehlende Differenzierung.
Aktuelle Forschung zeigt: Schwangerschaft und Krafttraining schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Was es braucht, ist Wissen statt Verbote und individuelle statt pauschaler Empfehlungen.

Workout gegen Schwangerkeitsbeschwerden

Workout Schwangerschaft

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Krafttraining während der Schwangerschaft

Dass sanfte sportliche Betätigung wie z.B. Schwimmen oder Walken in der Schwangerschaft empfehlenswert ist, hört man immer wieder und ist auch durch zahlreiche Studien belegt.
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Aber wie sieht es mit Krafttraining aus?
Krafttraining während der Schwangerschaft ist ganz klar erlaubt, sollte jedoch behutsam und kontrolliert ausgeführt werden. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, und wer an regelmäßiges Training gewöhnt ist, sollte dies auch bei einer unkomplizierten Schwangerschaft weiterführen.
Vorteile:
– Typischen Beschwerden wie z.B. Rückenschmerzen oder Wassereinlagerungen kann vorgebeugt werden
– Gezielte Kräftigung erleichtert den Schwangerschaftsalltag und den Umgang mit dem erhöhten Körpergewicht
– Durch regelmäßiges Training gewinnt die Schwangere mehr Energie und Kraft für die anstehende Geburt und den Alltag mit Baby
– Die Muskeln bleiben kräftig und das Immunsystem wird gestärkt
– Schwangerschaftsdiabetes und eine zu hohe Zunahme des Körpergewichts kann verhindert werden

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Am besten eignet sich das Training an Geräten, mit freien Gewichten oder dem eigenen Körpergewicht. Schwere Gewichte und hohe Kraftanstrengungen sind während der Schwangerschaft tabu. Lieber mit geringen Gewichten und dafür mehr Wiederholungen trainieren. Ebenfalls ist es sehr wichtig dem Beckenboden immer wieder Aufmerksamkeit zu schenken, da dieser durch die Schwangerschaft und die dadurch wachsende Gebärmutter stark belastet wird. Wahrnehmungsübungen sind hierfür bestens geeignet.
Die Schwangerschaft ist keine Zeit der Leistungssteigerung sondern die Gesundheit der Schwangeren und des ungeborenen Babys steht im Vordergrund.
Was gibt es beim Krafttraining in der Schwangerschaft zu beachten?
– Die geraden Bauchmuskeln sollten ab der 15. SSW nicht mehr isoliert trainiert werden (z.B. Situps), da hierdurch die Rectus-Diastase ( auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln) begünstigt wird
– Das Training der seitlichen/schrägen Bauchmuskeln ist jedoch sehr wichtig, da diese mit dem Beckenboden zusammen arbeiten
– Keine hastigen und abrupten Bewegungen ausführen
– Erholungsphasen einplanen
– Intensives Dehnen vermeiden
– Adduktorentraining vermeiden, da hierdurch eine Lockerung der Symphyse entstehen kann
– Ab dem 3. Semester nicht mehr in Rückenlage trainieren – nur mit Kissen
– Keine Pressatmung beim Krafttraining sondern richtiges Atmen – durch die Nase ein und den Mund wieder aus
– Bei Schmerzen oder Unwohlsein muss das Training sofort abgebrochen werden und unter Umständen auch ein Frauenarzt oder die betreuende Hebamme zu Rate gezogen werden
Zwar gibt es beim Krafttraining in der Schwangerschaft einiges zu beachten, jedoch entstehen durch das Training viele positive Vorteile für die Mutter und das Kind.

Die besten Tipps gegen Wassereinlagerungen

Hallo meine Lieben,

Nach drei wunderbaren Schwangerschaften immer im Hochsommer bin ich tatsächlich Expertin für Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft!

Deswegen  habe ich meine besten Tipps in einem YouTube Video für euch zusammen gefasst!

Viele Grüße eure Fitnessmutti