Als ich zum ersten Mal mit Frauen über ihren Beckenboden gearbeitet habe, dachte ich noch, es ginge um Muskeln.
Heute weiß ich:
Es geht um viel mehr.
Denn die meisten Frauen kommen nicht zu uns und sagen:
„Mein Beckenboden ist zu schwach.“
Sie sagen:
„Irgendetwas stimmt nicht mehr mit meinem Körper.“
Manche erzählen von Rückenschmerzen.
Andere von Druckgefühlen.
Wieder andere davon, dass sie beim Husten Urin verlieren.
Viele sprechen es nicht einmal aus.
Sie schämen sich.
Sie glauben, sie seien die Einzigen.
Und fast alle stellen irgendwann dieselbe Frage:
„Ist das jetzt einfach so?“
Nach einer Geburt verändert sich vieles.
Nicht nur körperlich.
Auch das Vertrauen in den eigenen Körper kann verloren gehen.
Plötzlich fühlt sich alles anders an.
Der Bauch.
Die Haltung.
Die Kraft.
Die Mitte.
Manche Frauen haben das Gefühl, ihr Körper gehöre ihnen nicht mehr.
Sie funktionieren.
Aber sie fühlen sich nicht mehr verbunden.
Genau deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit Übungen.
Sie beginnt mit Zuhören.
Mit Spüren.
Mit Verstehen.
Denn wie soll eine Frau einen Muskel trainieren, den sie gar nicht wahrnimmt?
Wie soll sie Vertrauen entwickeln, wenn sie ständig das Gefühl hat, ihr Körper hätte sie im Stich gelassen?
In den sozialen Medien wird oft suggeriert, ein paar Übungen würden alles lösen.
Drei Minuten am Tag.
Fünf magische Tricks.
Zehn Wiederholungen.
Fertig.
Doch die Realität sieht anders aus.
Ein Beckenboden ist kein Fitnessgerät.
Er ist Teil eines komplexen Systems.
Er reagiert auf Atmung.
Auf Stress.
Auf Haltung.
Auf Bewegung.
Auf unser gesamtes Leben.
Deshalb erleben wir immer wieder etwas Faszinierendes:
In dem Moment, in dem eine Frau beginnt, ihren Körper wieder wahrzunehmen, verändert sich etwas.
Nicht nur körperlich.
Auch emotional.
Aus Unsicherheit wird Verständnis.
Aus Angst wird Vertrauen.
Aus Frust wird Handlungskraft.
Und erst dann entsteht echte Veränderung.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft:
Dein Körper ist nicht kaputt.
Er spricht mit dir.
Und manchmal beginnt Heilung nicht mit Anstrengung.
Sondern mit Aufmerksamkeit.
Das erleben wir seit vielen Jahren in der superMAMAfitness Akademie.
Bei tausenden Frauen.
Und jede einzelne Geschichte erinnert uns daran, dass Beckenbodentraining nie nur Muskeltraining ist.
Es ist oft der Weg zurück in die Verbindung mit dem eigenen Körper.
